Aufzuchthof Ossiacher Tauern
A-9560 Feldkirchen • Tel. 04243-2240
Geschichte:

Um das Stift Ossiach gibt es wenig Grund, der landwirtschaftlich zu nutzen war und ist. Es ist begreiflich, daß das Stift auf die südlich gelegene Hochfläche des Ossiacher Tauern zurückgegriffen hat. Die Lage des Stiftes ist zu erklären, weil es an der wichtigen Verbindungslinie St.Veit/Glan, Feldkirchen und Villach gelegen ist und durch die Lage auch klimatische Vorteile hat.
Für die heutige Nutzung des Ossiacher Tauern sind Äbte des 16. Jahrhunderts (Reiner und Konrad) von ausschlaggebender Bedeutung. Einerseits durch die Intensivierung der Landwirtschaft mit Errichtung von Wohn- und Stallgebäuden, ferner durch Ankauf von Hengstfohlen und Aufzucht dieser. Gute Hengste wurden dann den zehentpflichtigen Bauern zur Verfügung gestellt. Man kann folgende Überlegungen dieser Tatsache zu Grunde legen: Förderung der Pferdezucht bedeutet besseren Ackerbau, besseres Transportwesen daraus mehr Einnahmen. Man muß bedenken, daß ein Kloster auch ein wirtschaftliches Unternehmen ist. Um diese Zeit wurde Ossiach erweitert.
Das Stift wurde im 18. Jahrhundert unter Kaiser Joseph aufgelöst und nicht mehr besiedelt. Es kam unter ärrarische Verwaltung, die Hengstaufzucht blieb. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es kurze Zeit eine Reitpferdezucht am Ossiacher Tauern, sie läßt sich aus der Nähe zu Italien und aus dem Bedarf an Kavaleriepferden erklären.
19 ] 2 wurde der Ossiacher Tauern vom Landeskulturrat, dem Vorläufer der Landwirtschaftskammer, gepachtet, die Hengstaufzucht durch eine Stieraufzucht ergänzt; eine Demonstrationsherde für die Melkerschule wurde eingerichtet. 1935 kaufte die ]932 gegründete Landwirtschaftskammer den Ossiacher Tauern.
Für die Kärntner Hengstaufzüchter der Rasse Noriker wurde folgende Vorgangsweise zur Pflicht: Vorstellung der Hengstjährlinge in den ersten Septembertagen, gemeinsame Aufzucht am Ossiacher Tauern, ca. ein Jahr bis zum Hengstenmarkt, früher Körung jetzt Verbandsanerkennung. Vor einigen Jahren haben die Haflingerzüchter diese Vorgangsweise übernommen. Fallweise werden Warmbluthengste am Ossiacher Tauern aufgezogen.